
Mabon – Das Fest des Dankes und des Gleichgewicht
Herbsttagundnachtgleiche · Erntedank · Gleichgewicht · Dankbarkeit · Einkehr
Die Tage werden kürzer. Das Licht verändert sich. Die Luft wird kühler und die Natur leuchtet noch einmal in warmen Farben.
Die Zeit des äusseren Wachstums geht zu Ende.
Zur Herbsttagundnachtgleiche begegnen sich Tag und Nacht für einen kurzen Moment im Gleichgewicht. Licht und Dunkel sind gleich lang – bevor die Dunkelheit langsam wieder mehr Raum einnimmt.
Mabon ist das Fest dieses Übergangs.
Die Ernte ist weitgehend eingebracht. Was im Frühling gesät wurde und über den Sommer wachsen durfte, hat Früchte getragen.
Nun ist die Zeit, innezuhalten.
Was durfte in meinem Leben wachsen?
Wofür bin ich dankbar?
Und was möchte ich mitnehmen in die stillere Zeit des Jahres?
Die eigene Ernte würdigen
Bei Lammas begann die Ernte. Wir haben geschaut, was reif geworden ist, was wir zu uns nehmen möchten und wo es einen klaren Schnitt braucht.
Zu Mabon dürfen wir nun das Ganze betrachten.
Nicht nur das, was gelungen ist. Auch das, was anders gekommen ist, als wir es uns vorgestellt haben. Manches ist gewachsen, manches nicht. Einige Samen haben Früchte getragen, andere vielleicht nicht.
Auch das gehört zu unserer Ernte.
Mabon lädt uns ein, auf das vergangene Jahr zu schauen, ohne es zu bewerten.
Was hat mich genährt?
Was habe ich gelernt?
Was hat mich Kraft gekostet?
Was durfte ich empfangen?
Vielleicht entdecken wir dabei, dass unsere Ernte anders aussieht, als wir erwartet haben.
Nicht jede Frucht lässt sich sehen. Manches ist still in uns gewachsen.
Danke sagen
Erntedank bedeutet, wahrzunehmen, was uns geschenkt wurde.
Die Nahrung, die uns nährt.
Menschen, die uns begleiten.
Begegnungen, die etwas in uns bewegt haben.
Erfahrungen, an denen wir gewachsen sind.
Und all das, was uns im Alltag so selbstverständlich erscheint.
Dankbarkeit bedeutet dabei nicht, dass alles gut gewesen sein muss.
Wir können dankbar sein und gleichzeitig traurig. Wir können etwas würdigen und trotzdem Abschied nehmen. Wir können die Fülle sehen und zugleich wissen, dass etwas fehlt.
Vielleicht beginnt Dankbarkeit dort, wo wir das Leben so anschauen dürfen, wie es tatsächlich war.
Und sagen können:
Das war meine Ernte.
Geben und Nehmen
Mabon ist ein Fest des Gleichgewichts.
Tag und Nacht erinnern uns daran, dass unterschiedliche Kräfte nebeneinander bestehen dürfen: Licht und Dunkelheit, Aktivität und Ruhe, Geben und Empfangen.
Auch in unserem Leben braucht es beides.
Wir können nicht immer nur geben.
Und wir können nicht nur empfangen.
Manchmal braucht es die Frage:
Wo gebe ich mehr, als mir guttut?
Wo fällt es mir schwer, etwas anzunehmen?
Und wie fühlt sich ein Gleichgewicht an, das wirklich meines ist?
Gleichgewicht bedeutet dabei nicht, dass alles immer gleich verteilt sein muss.
Es ist lebendig. Es verändert sich. Und manchmal besteht Balance gerade darin, zu erkennen, welche Seite im Moment mehr Raum braucht.
Wenn die Dunkelheit wiederkehrt
Mit Mabon beginnt die dunklere Hälfte des Jahres.
Die Natur zieht ihre Kräfte langsam zurück. Blätter verändern ihre Farbe und fallen. Die Erde bereitet sich auf die Ruhe vor.
Auch wir dürfen unsere Aufmerksamkeit allmählich wieder mehr nach innen richten.
Die Dunkelheit muss dabei nichts Bedrohliches sein.
Sie schenkt uns einen anderen Raum als das Licht. Einen Raum für Stille, Rückzug, Erinnerung und Tiefe.
Was im Sommer nach aussen wollte, darf nun wieder näher zu uns kommen.
Vielleicht müssen wir die Dunkelheit nicht vertreiben. Vielleicht dürfen wir lernen, ihr zuzuhören.
Im Gleichgewicht weitergehen
Im Ritual feiern wir unsere Ernte und unsere Dankbarkeit.
Wir teilen miteinander, würdigen, was gewachsen ist, und nehmen wahr, was wir in die kommende Zeit mitnehmen möchten.
Wir stehen für einen Moment zwischen Licht und Dunkelheit.
Nicht mehr ganz im Sommer.
Noch nicht im Winter.
An dieser Schwelle dürfen wir innehalten und uns daran erinnern, dass beides zum Leben gehört: das Wachsen und das Vergehen, das Geben und das Empfangen, das Licht und die Dunkelheit.
Mabon lädt uns ein, dankbar auf das Gewachsene zurückzublicken – und vertrauensvoll der stilleren Zeit entgegenzugehen.
Möchtest du dabei sein?
Wenn dich dieses Ritual anspricht, freue ich mich, dich im Kreis der Frauen willkommen zu heissen. Über das folgende Formular kannst du dich direkt anmelden.



