Yul – Das Fest der Wiederkehr des Lichts

Wintersonnenwende · längste Nacht · Stille · Hoffnung · Neubeginn

Die Natur ist still geworden. Die Bäume stehen kahl, die Erde ruht und die Nächte sind lang.

Zur Wintersonnenwende erreichen wir die längste Nacht und den kürzesten Tag des Jahres.

Die Dunkelheit hat ihre grösste Ausdehnung erreicht.

Und genau hier geschieht die Wendung.

Fast unmerklich beginnt das Licht zurückzukehren. Von nun an werden die Tage wieder länger.

Yul ist das Fest dieses ersten neuen Lichts.

Noch sehen wir kaum etwas davon. Noch ist Winter. Noch ruht das Leben verborgen in der Erde.

Und doch hat die Bewegung bereits begonnen.

Yul lädt uns ein, still zu werden und wahrzunehmen:

Was trägt mich durch die Dunkelheit? 
Welches Licht leuchtet in mir, auch wenn ich es kaum sehen kann? 
Und was möchte ganz leise neu beginnen?

In der tiefsten Dunkelheit

Seit der Sommersonnenwende hat das Licht Tag für Tag abgenommen.

Die Natur hat ihre Früchte hervorgebracht, ihre Blätter losgelassen und ihre Kräfte immer weiter zurückgezogen.

Nun ist der tiefste Punkt erreicht.

Auch unser Leben kennt solche Zeiten.

Zeiten, in denen wir nicht wissen, wie es weitergeht. In denen etwas stillsteht. In denen wir vielleicht keine Antworten finden und das Neue noch nicht erkennen können.

Yul erinnert uns daran, dass wir nicht immer handeln müssen.

Manches entsteht gerade dann, wenn im Aussen scheinbar nichts geschieht.

Die Stille ist nicht leer.

Unter der winterlichen Erde ruht bereits das Leben, das im Frühling wieder sichtbar werden wird.

Das Licht kehrt zurück

Seit alter Zeit feiern Menschen die Wintersonnenwende als einen besonderen Wendepunkt.

In der längsten Nacht wurden Feuer entzündet und Lichter angezündet. Sie gaben Wärme und machten sichtbar, worauf die Menschen vertrauten:

Das Licht wird zurückkehren.

Auch heute berührt uns dieses Bild.

Eine Kerze verändert nicht die Dunkelheit der ganzen Nacht. Und doch genügt schon eine kleine Flamme, damit es nicht mehr vollkommen dunkel ist.

Vielleicht ist es auch mit unserem inneren Licht so.

Es muss nicht gross sein. 
Es muss nicht alles erhellen. 
Es muss uns noch nicht den ganzen Weg zeigen.

Manchmal genügt ein kleiner Funke.

Ein Gedanke. Eine Hoffnung. Eine Ahnung. Ein leises Ja zum Leben.

Das Leben ruht – und ist doch da

Immergrüne Bäume und Zweige gehören seit langer Zeit zu den Symbolen dieser Jahreszeit.

Während vieles in der Natur abgestorben erscheint, bleiben sie grün. Sie erinnern daran, dass das Leben nicht verschwunden ist.

Es hat sich zurückgezogen.

Auch in uns gibt es Zeiten, in denen unsere Lebenskraft kaum spürbar ist. Vielleicht brauchen wir Ruhe. Vielleicht wissen wir noch nicht, was wir wollen. Vielleicht ist etwas Altes gegangen und das Neue hat noch keinen Namen.

Wir müssen diesen Zwischenraum nicht sofort füllen.

Yul lädt uns ein, ihm zu vertrauen.

Nicht alles, was lebt, muss sichtbar sein.

Zwischen dem Alten und dem Neuen

Rund um die Wintersonnenwende beginnt auch die besondere Zeit der Rauhnächte.

Traditionell gelten sie als eine Zeit zwischen den Jahren – eine Zeit des Innehaltens, der Rückschau und der Ausrichtung auf das Kommende.

Das Rad des Jahres scheint für einen Moment stillzustehen.

Vielleicht dürfen auch wir langsamer werden.

Zurückschauen auf das, was war. 
Würdigen, was uns begleitet hat. 
Loslassen, was nicht mit ins Neue möchte.

Und gleichzeitig noch nicht wissen müssen, was kommen wird.

Denn bevor etwas Neues entstehen kann, braucht es manchmal diesen stillen Raum dazwischen.

Dem neuen Licht vertrauen

Im Ritual begegnen wir der Dunkelheit und dem wiederkehrenden Licht.

Wir werden still, entzünden Kerzen und verbinden uns mit dem, was uns trägt.

Vielleicht gibt es einen Wunsch für das kommende Jahr. Eine Sehnsucht. Eine Vision. Oder nur eine ganz leise Ahnung davon, wohin der eigene Weg führen könnte.

Noch muss daraus nichts werden.

Denn das Licht ist gerade erst geboren.

Es darf wachsen.

So wie auch das Neue in uns Zeit braucht, bevor es Gestalt annimmt.

Yul erinnert uns daran: Selbst in der längsten Nacht beginnt das Licht bereits zurückzukehren.

Und vielleicht dürfen wir darauf vertrauen, dass auch in uns etwas Neues beginnt – lange bevor wir es sehen können.

Möchtest du dabei sein?

Wenn dich dieses Ritual anspricht, freue ich mich, dich im Kreis der Frauen willkommen zu heissen. Über das folgende Formular kannst du dich direkt anmelden.

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